Bayern stärkt den Infektionsschutz
Start des Bayerischen Zentrums für präventive Infektionsmedizin – nachhaltige Stärkung von Forschung, Versorgung und Prävention
Nicht erst seit der Coronapandemie ist klar, wie wichtig präventive Infektionsmedizin ist: Neue Krankheitserreger tauchen auf, und immer mehr Bakterien entwickeln Resistenzen gegen gängige Antibiotika. Um die Bevölkerung besser vor Infektionskrankheiten zu schützen, nimmt in Bayern eine neue wissenschaftliche Einrichtung ihre Arbeit auf: das Bayerische Zentrum für präventive Infektionsmedizin (BZI). Gefördert durch das Bayerische Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst vernetzt das Zentrum alle sechs bayerischen Universitäten mit Medizinischer Fakultät, darunter Erlangen, Augsburg, München (LMU und TU), Regensburg und Würzburg, sowie die Hochschulmedizin und den öffentlichen Gesundheitsdienst.
Am Virologischen Institut – Harald-zur-Hausen-Institut für Virologie (Direktor: Prof. Dr. Klaus Überla) des Uniklinikums Erlangen ist die zugehörige Geschäftsstelle von BayVak, dem Bayerischen Vakzinezentrum, unter der Leitung von Prof. Dr. Klaus Überla (Koordination: PD Dr. Simone Reiprich) verortet. BayVak stellt einen von drei Programmbereichen des BZI dar, die die strategische Ausrichtung des Zentrums prägen:
- Bayerisches Surveillancezentrum (BaySurv): moderne und kontinuierliche Überwachung relevanter Erreger, einschließlich molekularer Analytik und datenbasierter Auswertung
- Bayerisches Vakzinezentrum (BayVak): Forschung zu Impfstoffen, Impfstrategien, klinischen Studien sowie wissenschaftlich fundierte Kommunikation rund um das Thema Impfen
- Bayerisches Long-COVID-Register (BAY-LCR): erstes Querschnittsprojekt, systematische Erfassung und wissenschaftliche Untersuchung postakuter Infektionssyndrome wie Long COVID
Diese drei Programmbereiche bilden die Grundlage für eine koordinierte und wissenschaftlich fundierte Vorsorgestrategie gegen Infektionskrankheiten in Bayern.
Bayerns Wissenschaftsminister Markus Blume unterstreicht die Bedeutung der neuen Einrichtung: „Mit dem Bayerischen Zentrum für präventive Infektionsmedizin machen wir Bayern widerstandsfähiger gegen zukünftige Gesundheitsrisiken. Infektionskrankheiten sind omnipräsent: von der Atemwegerkrankung, über die Lungenentzündung bis zur Influenza. […] Wir schaffen eine eigene Einrichtung, in der alle Hochschulmedizinstandorte und unsere Uniklinika im Bereich Infektionsschutz dauerhaft verzahnt sind. Dafür stellen wir jährlich rund drei Millionen Euro zur Verfügung. Wir schaffen verlässliche Strukturen, damit Wissen schneller genutzt, Impfungen besser verstanden und Risiken früher erkannt werden können.“
Ziel: bessere Vorbereitung auf zukünftige Gesundheitsrisiken
Das BZI verfolgt das Ziel, Infektionsrisiken möglichst früh zu erkennen, wissenschaftliche Erkenntnisse schnell in die Versorgung zu übertragen und evidenzbasierte Entscheidungen im Gesundheitswesen zu unterstützen. Durch die enge Zusammenarbeit von Universitäten, Kliniken, dem öffentlichen Gesundheitsdienst, Forschungseinrichtungen und weiteren Partnern entsteht in Bayern erstmals eine koordinierte, wissenschaftlich fundierte Struktur zur Vorbereitung auf zukünftige Infektionswellen und Gesundheitsrisiken. Damit leistet das Zentrum einen wichtigen Beitrag zu Pandemie-Vorsorge und modernen Public-Health-Strategien.
Gemeinsame Entwicklung durch die Hochschulmedizin in Bayern
Vertreterinnen und Vertretern aller Standorte der bayerischen Hochschulmedizin haben das wissenschaftliche Konzept des BZI gemeinsam erarbeitet, initiiert durch Prof. Dr. Oliver Kurzai (Vorstand des Instituts für Hygiene und Mikrobiologie des Uniklinikums Würzburg) und Prof. Dr. Klaus Überla. In enger Zusammenarbeit mit der Universitätsmedizin Bayern e. V. entstand ein landesweit abgestimmtes Strukturmodell, das die Stärken der verschiedenen Einrichtungen bündelt und koordiniert. Neben Prof. Überla vertritt Prof. Dr. Andrea Kaifie-Pechmann, Direktorin des Instituts und der Poliklinik für Arbeits-, Sozial- und Umweltmedizin der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, den Standort Erlangen im BZI-Leitungsgremium. Das lokale Koordinationsteam bilden Prof. Dr. Christian Bogdan (BaySurv; Direktor des Mikrobiologischen Instituts – Klinische Mikrobiologie, Immunologie und Hygiene), Prof. Überla (BayVak), Prof. Dr. (TR) Yesim Erim (BAY-LCR; Sprecherin des Post-COVID-Zentrums), Prof. Kaifie-Pechmann, Prof. Dr. Dr. Ferdinand Knieling (Oberarzt der Kinder- und Jugendklinik), PD Dr. Moritz Leppkes (Oberarzt der Medizinischen Klinik 1 – Gastroenterologie, Pneumologie und Endokrinologie) und Prof. Dr. Krystelle Nganou-Makamdop (Forschungsgruppenleiterin der Medizinischen Klinik 3 – Rheumatologie und Immunologie).
Website veröffentlicht
Mit seiner neuen Website (www.bzi-bayern.de) stellt das BZI seine Programmbereiche, Projekte und aktuellen Entwicklungen erstmals gebündelt vor. Die Plattform bietet Einblick in die Entstehung des BZI, in aktuelle Vorhaben sowie Kontaktmöglichkeiten und macht Informationen zu Forschung, Vernetzung und Aktivitäten des BZI öffentlich zugänglich.
Weitere Informationen:
PD Dr. Simone Reiprich
09131 85-43650
simone.reiprich(at)fau.de



