Kardiovaskuläre und renale Folgen der intrauterinen Wachstumsrestriktion

Kinderklinik

Direktor:
Prof. Dr. med. Joachim Wölfle

Kardiovaskuläre und renale Folgen der intrauterinen Wachstumsrestriktion

Die intrauterine Wachstumsrestriktion betrifft etwa 5-10% aller Neugeborenen. Sie stellt jedoch nicht nur einen zentralen Risikofaktor für peri- und neonatale Komplikationen dar. Zahlreiche epidemiologische Studien konnten im Kollektiv der intrauterin wachstumsrestringierten Patienten eine erhöhte Inzidenz kardiovaskulärer Erkrankungen im höheren Lebensalter zeigen. Gerade diese Erkrankungen sind wiederum Haupttodesursache in der westlichen Welt. Der kausale Zusammenhang zwischen der fetal-neonatalen Problematik der intrauterinen Wachstumsrestriktion zu Beginn des Lebens und terminalen Herz- Kreislauferkrankungen im fortgeschrittenen Lebensalter ist bis heute nicht geklärt. In experimentellen Modellen der intrauterinen Wachstumsrestriktion konnte gezeigt werden, dass es schon zu neonatalen strukturellen und funktionellen Veränderungen des kardiovaskulären Systems nach intrauteriner Wachstumsrestriktion kommt. So fanden wir in Herz und Gefäßen nach intrauteriner Wachstumsrestriktion schon in sehr frühem Lebensalter eine vermehrte Expression von profibrotischen Markern und eine erhöhte Anfälligkeit für die Entwicklung von atherosklerotischen Veränderungen in diesem Kollektiv. Ziel ist die Aufdeckung und Charakterisierung von primären kardiovaskulären Schäden, der Anfälligkeit für sekundäre Schädigung und letztlich die Kenntnis der zugrundeliegenden molekularbiologischen Mechanismen. Dies ist wichtige Voraussetzung für die Prävention kardiovaskulärer Erkrankungen nach intrauteriner Wachstumsrestriktion.

Herzgewebe einer Kontrolle (links) und nach intrauteriner Wachstumsrestriktion (rechts). Nach intrauteriner Wachstumsrestriktion lässt sich vermehrt Kollagen I Ablagerung nachweisen (rote Färbung). Abb. Aus PLoS One 2011, 6:e20369
 
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PD Dr. med. Carlos Menendez-Castro
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