Universitätsklinikum Erlangen

Sozialpädiatrisches Zentrum

Leitung:
Prof. Dr. med. Regina Trollmann

Sekretariat:
T. Debertin/B. Friedel/C. Kraus
Tel: 09131 / 85-32146
Fax: 09131 / 85-33705

Flyer (1MB)

Beschreibung
Entstehungsgeschichte und Struktur:
Das SPZ der Klinik für Kinder und Jugendliche in Erlangen besteht seit dem 1.4.97. Es ist hervorgegangen aus verschiedenen, z.T. langjährig bestehenden poliklinischen Spezialsprechstunden für Patienten mit chronischen Erkrankungen und Behinderungen. Gleichzeitig erhielt auch das Sozialpädiatrische Zentrum der Kinderklinik des Klinikums Nürnberg die Ermächtigung. Zwischen den beiden Zentren wurde eine Aufteilung der Zuständigkeiten festgeschrieben. Das Erlanger SPZ erhielt die Ermächtigung nach § 119 SGB V ausschließlich für die Behandlung von Patienten mit folgenden Diagnosen:

Spina bifida  

Hydrocephalus  

neuromuskuläre Erkrankungen  

problematische Verläufe cerebraler Anfallsleiden (Epilepsien)  

Die Behandlung im SPZ setzt voraus, daß die Diagnose feststeht.

Aufgrund der Spezialisierung auf diese z. T. seltenen Krankheiten kommen unsere Patienten aus einem großen Einzugsgebiet (Schwerpunkt: nördliches und östliches Bayern). Für die Patienten mit Spina bifida, Hydrocephalus, Cystischer Fibrose und Epilepsien mit mentaler Behinderung besteht keine Altersbeschränkung, da Alternativangebote für das Erwachsenenalter in unserem Einzugsgebiet z. Zt. noch fehlen.

Leistungsspektrum
Grundlage der Beratung und Behandlung unserer Patienten ist zunächst die auf die jeweilige Diagnose spezialisierte medizinische Diagnostik und Therapie unter Einbeziehung aller personellen und apparativen Möglichkeiten unserer Klinik sowie des Universitätsklinikums. Unser besonderer Auftrag als SPZ besteht darin, über die medizinische Behandlung hinaus die psychosoziale Situation des Patienten und seiner Familie in Diagnostik und Therapie wahrzunehmen, auf verschiedene Weise zu thematisieren und Unterstützung in Form einer Langzeitbegleitung anzubieten.

Diagnostische Angebote:

Therapeutische Angebote (über die med. Therapie i. e. S. hinaus)

Darstellung der Patientenstruktur
Die Begrenzung des SPZ-Auftrags auf die genannten Diagnosen hat für Struktur, Inhalte und Arbeitsweise weitreichende Konsequenzen:

  1. Es handelt sich ausschließlich um Patienten mit chronischen Erkrankungen und meist schwerwiegender Behinderung, die in der Regel einer Langzeit-Therapie und -Begleitung bedürfen. Nur selten werden Patienten einmalig zu einer Beratung zugewiesen.
  2. Durch das große Einzugsgebiet sind die Anfahrtwege oft so weit, das eine regelmäßige Therapie (z.B. Ergotherapie oder Physiotherapie) im SPZ selten wahrgenommen werden kann. Der Abstimmung zwischen dem Zentrum und den Therapeuten oder Einrichtungen am Wohnort kommt daher eine große Bedeutung zu.
  3. Viele Patienten benötigen neben einer kontinuierlichen ambulanten Betreuung immer wieder auch stationäre Behandlungen, teils in unserer Klinik, teils in anderen Fachkliniken. Durch die Integration des SPZ in das Universitätsklinikum ist eine enge Zusammenarbeit mit anderen Fachdisziplinen und auch mit dem stationären Bereich unserer Klinik jederzeit gewährleistet.
  4. Im Mittelpunkt der psychosozialen Arbeit im SPZ stehen therapeutische und beraterische Interventionen, die mögliche psychosoziale Folgen der chronischen Erkrankung thematisieren. Hier spielen insbesondere Fragen der Alltagsbewältigung, der sozialen Rollenfindung, der Bewältigung von Krankenhausaufenthalten, der allgemeinen und sozio-emotionalen Entwicklung, der Identitäts- und Selbstwertentwicklung und letztlich auch der Auseinandersetzung mit lebensbedrohlichen Situationen eine entscheidende Rolle.
  5. Die Tätigkeit des Sozialdienstes hat bei einer Klientel mit überwiegend schweren chronischen Erkrankungen und Behinderungen einen sehr hohen Stellenwert; sie umfaßt neben der Beratung und Unterstützung zur Sicherung finanzieller Ansprüche und sonstiger Nachteilsausgleiche (Schwerbehindertenausweis, Pflegegeld), die Vermittlung rehabilitativer Maßnahmen und Unterstützung bei Fragen der schulischen Integration und der Berufsfindung.

Der hohe Spezialisierungsgrad der jeweiligen für eine bestimmte Diagnose zuständigen Ambulanz läßt es sinnvoll erscheinen, die verschiedenen Ambulanzen kurz einzeln zu charakterisieren.